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In der vorliegenden Publikation von Dr. Martin Kowatsch wird ein Bild gezeichnet, dass die Stadtgemeinde Radenthein vor gut einem Jahrhundert noch ein bedeutungsloses, armes Dorf war. „Das damalige Budget dürfte wahrscheinlich auch kaum den Betrag überschritten haben, der heute von der Gemeinde in einem Monat allein für Fürsorgezwecke ausgegeben wird. (…) Mehr als 300 Neubauten sind im Gemeindegebiet entstanden u.a. ein Schulgebäude, um das uns viele Städte beneiden könnten, sowie ein modern eingerichteter Kindergarten.“

Durch den Wirtschaftswandel gab es im Laufe der Zeit wesentliche Veränderungen für den Ablauf im Betrieb, aber auch für die von ihm abhängigen Menschen. Das Werk setzte in der Bildungspolitik regionale Impulse, aber Unterstützung gab es nicht nur für die Bildung, indem Mitarbeiter Unterstützungen für den Schulbesuch von Kindern bekamen, sondern auch im Lebensumfeld der Arbeitnehmer (Sicherstellung der Ernährung in der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges, die Schaffung des werkseigenen Kaufhauses, Unterstützungen beim Wohnungs- und Hausbau).

Die Definition von Qualifikation bestand ursächlich darin, die Arbeitnehmer/innen aufzuklären und fortzubilden. Auch wurde die politische Bildung und Aufklärung ernst genommen. Damit wurde die Demokratie stabilisiert und das Verständnis für sie gefördert. Die Radentheiner Werksarbeiter erhielten so Informationen über die Entstehung der Einführung des Arbeitsrechtes, den Arbeitsschutz (8-Stunden-Tag), Grundsätze der Arbeitslosenversicherung usw. Dass viele Rechtsnormen bei ihrer Entstehung einen Kompromiss darstellten, wurde erläutert. Wesentlich und deutlich war die Schulung für die Demokratie und gegen totalitäre Systeme.

Im Vorwort von Univ.-Doz. Dr. Hellwig Valentin heißt es: „Das Buch stellt einen wertvollen Beitrag zur Sozialgeschichte mit dem Schwerpunkt Bildung dar, dessen Resultate weit über den lokalen Bezugsrahmen hinausreichen. Durch die Themenstellung und die Ausarbeitung bereichert der Text zudem die regionale und allgemeine Zeitgeschichte. Eines der wesentlichen Erkenntnisse des Autors geht dahin, dass es gelingen müsse, die Bildungspolitik nicht mit Wettbewerbspolitik gleichzustellen und gegenüber der notwendigen Individualität der Menschen keine Schranken zu setzen.“

In Jahreszahlen mitbearbeitet wurde die Entstehung der andern Konzernteile bis hin zu RHI Magnesita n.V. als auch die Entwicklungsgeschichte der Stadtgemeinde Radenthein.

Martin Kowatsch: „RADENTHEIN. Arbeiterleben und Wirtschaftswandel – zur Entstehung eines Weltkonzerns“. Radenthein 2018.; ist im Buchhandel, beim Autor als auch im Tabakfachgeschäft Hofer in Radenthein erhältlich.

 

Quelle: © MK;