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Tierrettung Kärnten: „Wir müssen die Handbremse ziehen“

Bemühungen, den 24-Stunden-Dienst aufrecht zu erhalten, laufen auf Hochtouren. Doch vorerst muss ab Mitte November 2023 der Bereitschaftsdienst der Tierrettung Kärnten konzentriert werden.

Die Tierrettung Kärnten steht vor Herausforderungen, welche dringende Maßnahmen erforderlich machen. Die Bereitschaftsdienste der Tierrettung werden von den Mitarbeitern des TiKo – TierschutzKompetenzzentrums abgedeckt. Arbeitszeitvorschriften, die eine 24h-Rufbereitschaft unfinanzierbar machen, sowie der laufende und fordernde Betrieb des Tierheims führen zur Überlastung der Mitarbeiter und zehren an den finanziellen Ressourcen.

Trotzdem soll die so notwendige Tierrettung zumindest im gekürzten Ausmaß von 90 % weitergeführt werden. 90% der Anrufe gehen im Zeitraum von 8 bis 22 Uhr ein. In dieser Zeit bleibt die Tierrettung vorerst aufrecht. In den späten Nachtstunden entfällt sie.

Der Nachtbereitschaftsdienst muss daher bis auf weiteres eingestellt werden. Ab Mitte November 2023 wird die Tierrettung von 8 bis 22 Uhr als Bereitschaftsdienst geführt.

Was tun im Notfall?

Für Notfälle in den Nachtstunden wird gebeten, sich an die öffentlichen Stellen, wie Polizei und Feuerwehr sowie an diensthabende Tierärzte zu wenden.

Behördliche Abnahme © TiKo, Nina Zesar, Sonja Widerstroem
Behördliche Abnahme © TiKo, Nina Zesar, Sonja Widerstroem

Tierrettung in ganz Kärnten im Einsatz

Seit knapp 100 Jahren kümmert sich die Tierrettung in Kärnten um verletzte und herrenlose Tiere. Betrieben vom Landestierschutzverein Kärnten führt die Tierrettung pro Jahr aktuell rund 850 Einsätze durch und legt dabei etwa 30.000 km zurück. Auch in vielen Telefongesprächen werden besorgten Tierbesitzern und aufmerksamen Tierfreunden Auskünfte und Hilfestellungen gegeben.

Die Hauptverantwortung der Tierrettung Kärnten liegt bei Haustieren. Gerade in letzter Zeit häufen sich aber auch Einsätze für Wildtiere in Not. In einem Notfall mit Wild- oder Nutztieren wird die Zusammenarbeit mit spezialisierten Kooperationspartnern gesucht, die das jeweilige Tier dann professionell versorgen können.

Die Tierrettung ist in ganz Kärnten ein wichtiger Ansprechpartner und Helfer für Tierbesitzer, Tierfreunde und die öffentliche Hand. Zu den häufigsten Tätigkeiten zählen unter anderem die Bergung, Erstversorgung und der Transport von verletzten/verunfallten Tieren oder Fundtieren, die Auskunft zu tierärztlichen Notdiensten, Delogierungen, Unterstützung in Sterbefällen von Tierbesitzern und Unterstützung der Behörden bei Tierquälerei/nicht artgerechter Haltung.

Tierrettungsauto © TiKo, Nina Zesar
Tierrettungsauto © TiKo, Nina Zesar

Ausblick

Die zusätzliche finanzielle Belastung kann vom Landestierschutzverein Kärnten 2024 nicht mehr allein getragen werden. Bereits seit 2020 wird die Tierrettung Kärnten ausschließlich durch Rücklagen des Vereins finanziert. Die Spendeneinnahmen des Landestierschutzvereins dienen der Abdeckung der laufenden Kosten des Tierheimbetriebes. Doch sie reichen nicht. Daher werden die Rücklagen zum Ausgleich des jährlichen Defizits benötigt, um die Kernaufgabe des Vereins (den Betrieb des Tierheims) über Jahre sichern zu können. Versuche, für die Tierrettung Unterstützung durch die öffentliche Hand zu erhalten, sind bis dato ohne Ergebnis. Weitere Gespräche mit der zuständigen Landesrätin Dr. Beate Prettner werden geführt, um ab 2024 eine langfristige Lösung zu finden.

 „Die Tierrettung ist und bleibt die Achillesferse unseres Vereins, auch wenn wir bis jetzt mutig investiert haben. Doch um in diesen Zeiten ständig steigender Kosten den laufenden Tierheimbetrieb aufrechterhalten zu können, müssen wir zu dieser Maßnahme greifen. Bis auf weiteres ist es aber die einzige Lösung, die sich uns bietet, um gesetzlichen Arbeitszeitvorschriften und finanziellen Möglichkeiten gerecht zu werden.“

Dr. Tara Geltner
Präsidentin Landestierschutzverein Kärnten

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